Kino in der Kirche
Calmeyers Dilemma
NDR-Dokumentation mit szenischem Spiel und anschließender Diskussion am 13.03.2026 um 19 Uhr in der Marienkirche

Calmeyers Dilemma – Der Osnabrücker Jurist Hans Georg Calmeyer (1903-1972) war von 1941 bis 1945 von den Nationalsozialisten als „Rassereferent“ in den besetzten Niederlanden eingesetzt. Nach Vorgaben der NS-Rassenpolitik hatte er die Herkunft der Menschen dort zu klären: Arier oder Jude – was hieß: Leben oder Deportation, also meist Tod.
Das Wirken Calmeyers ist bis heute umstritten. Tatsächlich hätten Calmeyer und seine Mitarbeiter versucht, „Einzelne, aber auch ganze Gruppen vor der Verfolgung zu bewahren“, so der Calmeyer-Biograph Mathias Middelberg. Die Zahl der für die Juden günstig entschiedenen Fälle läge bei mindestens 3709. Scharfe Kritik kam aus den Niederlanden, wonach Calmeyer ein funktonierendes Rädchen in der NS-Maschinerie gewesen sei.
Die 45-minütige NDR-Dokumentation (2025) beleuchtet den moralischen Konflikt zwischen systemischer Macht und individueller Menschlichkeit während der NS-Zeit. Eingeführt wird in den Abend mit einem szenischen Spiel von Schülerinnen und Schülern des Ratsgymnasiums. Projektleiter sind die Gymnasiallehrer Stefanie Westphal und Friedemann Neuhaus. Beide Pädagogen sowie Mathias Middelberg, Jurist und CDU-Bundestagsabgeordneter, stehen nach dem Film dem Publikum für Fragen zur Verfügung.